13. Dezember 2017

Alarmierung der Feuerwehr

In den Anfangstagen des organisierten Feuerlöschwesens alarmierte man die Bevölkerung und die Feuerwehr durch das Läuten der Kirchenglocken oder das Blasen des Feuerhorns. Mit dem Fortschreiten der Technik und auch dem Wachstum der Städte änderten sich auch die Methoden der Alarmierung.

Sirene

Zunächst begann man mit dem Aufstellen von Sirenen. An einem zentralen erhöhten Punkt angebracht erzeugen sie einen lauten Heulton. Je nach Dauer und Häufigkeit des Tons konnten verschiedene Alarme gegeben werden. Während des Zweiten Weltkrieges warnten die Sirenen vor Luftangriffen. Nach dem Krieg dienten sie zur Alarmierung der Feuerwehren. Ausgelöst werden konnten sie zum einen von Hand durch das Betätigen eines Druckknopfes. Zum anderen bestand nach der flächendeckenden Einführung des Sprechfunks die Möglichkeit, die Sirenen per Funk auszulösen.

Zusätzlich zu Sirenen rüstete die Gemeinde die Feuerwehren mit Funkmeldeempfängern (FME) aus. Diese kleinen Geräte führt das Feuerwehrmitglied ständig mit. Ausgelöst werden sie ebenfalls per Funksignal. Ein lauter Signalton alarmiert dann das Mitglied.

Die Sirenen leisteten über Jahrzehnte gute Dienste. Jedoch traten in jüngster Zeit einige Probleme auf. Durch besser isolierte Wohngebäude und dem Wachstum der Ortschaften hörten nicht mehr alle Feuerwehrmitglieder die Sirenen. Da FME und Sirenen beide über den normalen Sprechfunkkanal ausgelöst wurden, kam es gerade bei größeren Schadenslagen, z.B. Unwettern, zu erheblichen Störungen des Sprechfunks. Ferner musste jede Alarmschleife einzeln ausgelöst werden. Die Alarmierung mehrerer Feuerwehren nahm also schon etwas Zeit in Anspruch.

Digitaler Meldeempfänger

So begann der Landkreis mit der Errichtung einer Infrastruktur für die Digitale Alarmierung. Die Signale werden zwar ebenfalls per Funk abgestrahlt, sind nun aber vom Sprechfunk getrennt. Ferner ist es nun möglich, mehrere Alarmschleifen gleichzeitig auszulösen und zusätzlich Textnachrichten an die Digitalen Meldeempfänger (DME) zu übermitteln. So erhalten die Führungskräfte gleich entsprechende Informationen und können sich schon auf der Fahrt zum Feuerwehrhaus eine Taktik zurechtlegen.

Doch was ist mit den Sirenen? Es ist kein Problem, diese auch mit einem digitalen Signal auszulösen. Es müsste nur ein entsprechendes Steuergerät installiert werden. Doch in der Samtgemeinde Nenndorf entschloss man sich dazu, die Sirenen still zu legen – im wahrsten Sinne des Wortes. Durch die oben beschriebenen Nachteile hätte man zusätzlich zur Umrüstung noch neue Sirenen aufbauen müssen, um alle neu entstandenen Wohngebiete abdecken zu können. Der finanzielle Aufwand wäre höher gewesen, als alle aktiven Feuerwehrmitglieder mit DME auszustatten. So ist es dann auch geschehen. Im Herbst 2008 nahmen die letzten Feuerwehrmänner und -frauen ihre DME in Empfang.