22. Oktober 2018

Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr geehrt

Bad Nenndorf. Im Mai 1976 wurde in Bad Nenndorf die Jugendfeuerwehr gegründet. Sieben der damaligen Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr tätig. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote ehrte die Kameraden für ihre mehr als 40-jährige Mitgliedschaft.

Für langjähriges aktives Engagement in der Feuerwehr verleiht das Land Niedersachsen Ehrenzeichen. Der Kreisbrandmeister überreichte diese im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung an die Gründungsmitglieder der Bad Nenndorfer Jugendfeuerwehr Frank Behrens, Bernhard Haard, Martin Höger, Ernst Juretzka, Ingo Kramer, Karsten Reimer und Michael Stemme. Ebenfalls seit 40 Jahren aktiv ist André Lepsky. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Henning Steingrube ausgezeichnet.

In den Jahresberichten gingen die Funktionsträger auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres ein. Natürlich wurde auch über den Neubau des Feuerwehrhauses ausführlich informiert. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Hans-Martin Cronjaeger berichtete, dass der Bau trotz einiger Verzögerungen voranschreitet. Die Heizungsanlage ist in Betrieb, sodass Elektriker, Maler und Fliesenleger den Innenausbau fortsetzen können. Die Pflasterarbeiten im Außenbereich sind so gut wie abgeschlossen. Aufgrund der Wetterlage kommt es allerdings zu Verzögerungen. Mehrkosten entstanden durch einen geänderten Stromanschluss und eine nicht geplante Abwasserhebeanlage. Für die Feuerwehr, so Cronjaeger, bedeute das neue Feuerwehrhaus einen „Quantensprung“. Es verfügt über sechs Stellplätze, eine Lagerfläche, Ausbildungsräume und einen Bereich für die Samtgemeindefeuerwehr. In diesem wird neben dem Büro des Gemeindebrandmeisters auch die Kleiderkammer untergebracht.

Die Feuerwehr Bad Nenndorf verfügt derzeit über 65 aktive Einsatzkräfte. Diese rückten in 2016 zu insgesamt 93 Einsätzen aus. Glücklicherweise, so waren sich die Verantwortlichen einig, war kein Großbrand darunter. Neben 22 Fehl- und 12 Falschalarmen waren auch drei Unfugalarme zu verzeichnen. Thomas Schröder, stellvertretender Zugführer in der Feuerwehr, berichtete von einem kuriosen Fall, bei dem ein Feuermelder mit einem Lichtschalter verwechselt wurde. Insgesamt leisteten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute 1.270 Einsatzstunden.

Um für die Einsätze gerüstet zu sein, ist eine gründliche und fundierte Ausbildung erforderlich. Zu 54 Übungsdiensten kamen die Aktiven in 2016 zusammen. Besonders intensiv trainierte die von Jan Janssen geleitete Absturzsicherungsgruppe. Aber auch die Brandbekämpfung, Menschenrettung und technische Hilfeleistung wurden immer wieder geprobt. In die Ausbildung eingebunden waren auch die Feuerwehren aus Helsinghausen/Kreuzriehe und Riepen. Dylla bot diese Möglichkeit auch anderen Ortsfeuerwehren aus der Samtgemeinde an. Sorgen bereiten dem Zugführer mangelnde Übungsmöglichkeiten. So bestehe aufgrund der Gestaltung moderner Hausfassaden kaum noch die Möglichkeit, den Einsatz von tragbaren Leitern zu proben. Gleiche Probleme gäbe es bei Übungsmöglichkeiten für einen Innenangriff. Dennoch sei die Feuerwehr Bad Nenndorf zukünftigen Aufgaben gewachsen. Nach zehn Jahren als Zugführer stellte Dylla, der auch als stellvertretender Gemeindebrandmeister und Kreisausbildungsleiter tätig ist, sein Amt zur Verfügung. Sein Nachfolger wird Bernd Schröder.

In den Jugendabteilungen der Feuerwehr werden insgesamt 37 Jungen und Mädchen betreut. Die Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Dennis Höger hat ein aktives Jahr hinter sich. Wenn auch die Erfolge bei Wettbewerben ausblieben, so hatten die Jugendlichen dennoch viel Spaß. Höhepunkt war sicherlich das Zeltlager in Helpsen. Andere Aktionen des Jahres waren Ausflüge, Besichtigungen, Bowling, Eislaufen und vieles mehr. Für 2017 sind die Teilnahme am Kreiszeltlager und verschiedenen Wettbewerben geplant.

Andreas Flemming und Jennifer Schweer berichteten von einem ebenfalls interessanten und abwechslungsreichen Jahr der Kinderfeuerwehr „Heiße Bande“. Die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren lernten viel Wissenswertes über die Feuerwehr. Besonders hoben die beiden eine Vorführung zur Technischen Hilfeleistung hervor. Die aktiven Feuerwehrleute retteten hierbei zur Freude der Kinder einen Teddy, der unter einem Auto eingeklemmt war. Eine Faschingsfeier, Eis essen, bowlen sowie Bastel- und Filmabende rundeten die Aktivitäten ab.

Andreas Flemming gab sein Amt als stellvertretender Leiter der Kinderfeuerwehr nach sechs ab. Nadine Reckert übernimmt und steht künftig der Leiterin Jennifer Schweer zur Seite.

Ortsbrandmeister Thomas Schweer kam in seinem Bericht noch einmal auf das Thema „Übungsturm“ zu sprechen. Da sich die Anlagen auf dem Trümmergelände in Bad Nenndorf nicht eigneten, um beispielsweise das Retten und Selbstretten, sowie den Einsatz von tragbaren Leitern und den Innenangriff zu üben, sei eine andere Übungsmöglichkeit erforderlich. Aussagen von Politikern aus dem Feuerwehrausschuss, die diesen Turm als „nice to have“ bezeichneten, könne er nicht nachvollziehen.

Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt relativierte in seinem Grußwort diese Aussagen. Der Ausschuss sei nicht grundsätzlich dagegen, habe die Investition jedoch zunächst verschoben. Es solle geprüft werden, ob sich nicht Synergien durch die Einbeziehung des Landkreises erzielen ließen. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote wollte hierzu noch keine konkrete Stellung nehmen. Allerdings sei im Zuge der Erweiterung der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Stadthagen auch die Errichtung eines Übungsturms vorgesehen.

Unter dem Punkt Beförderungen wurden Jugendfeuerwehrwart Dennis Höger zum Oberlöschmeister und sein Stellvertreter Tobias Dröse zum Löschmeister befördert. Diese Beförderungen nahm Gemeindebrandmeister Carsten Norden vor.

Ortsbrandmeister Schweer nahm zudem Sebastian Lier als aktives Mitglied in die Feuerwehr auf. Als sogenannter Seiteneinsteiger ohne vorherige Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr wird er in diesem Jahr die Truppmann-Ausbildung absolvieren und künftig die Einsatzabteilung unterstützen. Als Dank für seine Bereitschaft erhielt er vom Samtgemeindebürgermeister einen Gutschein für Feuerwehrausstattung überreicht.