27. Mai 2018

Ein ereignisreiches Jahr für die Feuerwehr Bad Nenndorf

Bad Nenndorf. Dass es so ein aufregendes und ereignisreiches Jahr für die Feuerwehr Bad Nenndorf wurde, ahnte im Januar noch niemand der Verantwortlichen. Besonders der Ausfall der Drehleiter und die schnelle Ersatzbeschaffung forderten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute.

Die alte Drehleiter aus dem Jahr 1986 fiel bei einem Einsatz im Februar aus. Ein Gutachter ermittelte, dass die Reparatur des Schadens nicht mehr wirtschaftlich sei. Feuerwehr, Verwaltung und Politik entschlossen sich daher, die für das Folgejahr geplante Beschaffung vorzuziehen. In Rekordzeit wurde dann eine neue Drehleiter beschafft. Nicht einmal ein halbes Jahr nach dem Ausfall des alten Fahrzeuges rollte sie auf den Hof des Feuerwehrhauses. Und das noch zu einem Preis, der weit unterhalb der ersten Kalkulation lag. Nun wurde es erforderlich, die Feuerwehrleute im Umgang mit dem modernen Hubrettungsfahrzeug zu schulen. Innerhalb weniger Wochen erledigten die vom Hersteller geschulten Multiplikatoren mit hohem Engagement diese Aufgabe.

Wie wichtig eine Drehleiter für die Schwerpunktfeuerwehr ist, wurde bei diversen Einsätzen im vergangenen Jahr deutlich. Bei Großbränden und Menschenrettungen kam die Drehleiter zum Einsatz. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Hans-Martin Cronjaeger berichtete von insgesamt 105 Einsätzen. Gegenüber dem einsatzarmen Jahr 2014 zwar eine deutliche Steigerung, insgesamt sei es aber ein durchschnittliches Einsatzaufkommen gewesen. Insgesamt leisteten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mehr als 2.000 Einsatzstunden. Besondere Einsätze waren laut Cronjaeger Großbrände in Ohndorf, Stadthagen, Kreuzriehe und in Feggendorf. Aber auch eine defekte Brandmeldeanlage in einer Klinik, bei der das gesamte Gebäude aufwändig durchsucht werden musste und der Austritt von reinem Sauerstoff in einem Pflegeheim hob er hervor.

Dank der hervorragenden Ausbildung meisterten die Feuerwehrleute alle Einsätze. Zugführer Paul Dylla, der für die Ausbildung verantwortlich ist, berichtete von 50 Ausbildungsdiensten, die in 2015 absolviert wurden. Besonderes Augenmerk lag neben der Ausbildung rund um die neue Drehleiter auf den Themen Digitalfunk, Absturzsicherung und Atemschutz. Zusätzliche besuchten Feuerwehrleute Lehrgänge auf Kreisebene oder an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz.

Die 21 Mitglieder der Jugendfeuerwehr haben ebenfalls ein aktives Jahr hinter sich. 58 Treffen verzeichnet das Dienstbuch, der von Dennis Höger geleiteten Jugendabteilung. Auf dem Programm standen feuerwehrtechnische Dienste aber auch diverse Ausflüge. Minigolf, Schwimmen, Schlittschuh laufen, Bowling und gesellige Treffen mit der Kinderfeuerwehr gehörten ebenfalls dazu. Natürlich nahmen die elf Jungen und zehn Mädchen auch an verschiedenen Wettbewerben teil. Nachdem es einige Jahre nicht für einen Platz auf dem Podest reichte, herrschte nach dem Erreichen des dritten Platzes beim Gemeindewettbewerb besondere Freude. Die Jugendlichen freuten sich zudem über den neuen Jugendfeuerwehranhänger, der zusammen mit der Drehleiter im Herbst offiziell an die Feuerwehr übergeben wurde.

Andreas Flemming berichtete von den Aktivitäten der Kinderfeuerwehr. Dieser gehören 22 Jungen und Mädchen an, die im vergangenen Jahr zu 30 Treffen zusammenkamen. Auf dem Programm standen Experimente, Spiele, Basteln, eine Faschingsparty und ein Ausflug in den Zoo Hannover.

Die Feuerwehr Bad Nenndorf war auch noch bei vielen anderen Aktivitäten im Ort vertreten, wie Ortsbrandmeister Thomas Schweer berichtete. Sie Kameradinnen und Kameraden nahmen am Schützenfest, dem Bürgerschießen, dem Weihnachtsmarkt und an der Feierstunde zum Volkstrauertag teil. Es wurden die Hydranten geprüft, Laternenumzüge abgesichert und viele Stunden in Besprechungen zum Feuerwehrhausneubau investiert. Für letzteres hob Schweer besonders seinen Stellvertreter Hans-Martin Cronjaeger hervor. Dieser verbrachte viel Zeit mit dem Neubau. Gerüchten, wonach es am Bauwagen eine Klingel mit dem Namen Cronjaeger gebe, trat Schweer jedoch entgegen. Die Lacher im Saal waren auf seiner Seite.

Für 25-jähige Treue ehrte der Ortsbrandmeister das fördernde Mitglied Hans-Jürgen Hennies. Er erhielt für seine langjährige Unterstützung die Ehrennadel der Feuerwehr überreicht.

Im Bereich der aktiven Mitglieder ehrte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote Michael Pusch für 25-jährigen Dienst mit dem Ehrenzeichen des Landes Niedersachsen. Das Ehrenzeichen für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft erhielt Johann Schweer überreicht. Mit den Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für 50-jährige Mitgliedschaft ehrte Grote Heinrich Schweer. Bereits 60 Jahre dabei sind Franz Mai und Harald Löffler. Beide erhielten vom Kreisbrandmeister ebenfalls eine Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbandes.

Nach den Ehrungen standen zahlreiche Beförderungen auf dem Programm. Nach bestandener Truppmann-Ausbildung sind Alexander Brückner, Hendrik Kisser, Andreas Markert, Tobias Steffen und Jason Sucker nun Feuerwehrmänner. Den ersten Stern für ihre Schulterklappen erhielten Martina Dylla und Ralf Wlotzka, die nun Oberfeuerwehrleute sind. Patrick Höger und Kevin Kramer beförderte Thomas Schweer zu Hauptfeuerwehrmännern.

Gemeindebrandmeister Friedhelm Möller beförderte zum Abschluss Philipp Brendel, der in der Ortsfeuerwehr als stellvertretender Gruppenführer eingesetzt ist, zum Löschmeister.