24. September 2018

Jahresrückblick 2017: Viel Arbeit für das Ehrenamt

Samtgemeinde, 26.12.2017 | Hinter den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten in der Samtgemeinde Nenndorf liegt ein anstrengendes Jahr. Unwetter und Fehlalarme sorgten für zahlreiche Einsätze. Zudem wurden Projekte zum Abschluss gebracht und auch neu in Angriff genommen. Zeit für einen Rückblick.

Einsatzgeschehen

Mehr als 140 Einsätze verzeichnet die Statistik für 2017. Schwerpunkte des Einsatzgeschehens waren wetterbedingte Alarmierungen und ausgelöste Brandmeldeanlagen. Brandeinsätze, Verkehrsunfälle und sonstige Hilfeleistungen sorgten ebenfalls für das Ausrücken der Feuerwehr.

Bereits im Februar sorgte das Sturmtief „Thomas“ für zwei Einsätze durch umgestürzte Bäume. Am 1. April 2017 kam es dann zu einem Unwetter mit Starkregen und Hagel. Fünf Orte der Samtgemeinde waren betroffen. Keller und Aufzugsschächte liefen voll und mussten durch die Feuerwehren ausgepumpt werden.

Ende Juli zog dann das Tief „Alfred“ über Niedersachsen. Heftige Regenfälle sorgten im Harzvorland für schwere Überschwemmungen. Unter anderem war auch die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd des Landkreises Schaumburg in Alfeld/Leine im Einsatz. Bei uns in der Samtgemeinde Nenndorf kam es zu vollgelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen. Mehrere Feuerwehren rückten zu diversen Einsatzstellen aus..

Als am 5. Oktober der Orkan „Xavier“ über das Land zog, verschonte er auch uns nicht. Die Feuerwehren rückten zu zahlreichen Einsatzstellen aus und beseitigten umgestürzte Bäume. Da die Bäume noch voll belaubt waren, boten sie den heftigen Böen eine große Angriffsfläche.

Ausgelöste Brandmeldeanlagen und Heimrauchmelder sorgten ebenfalls für reichlich Arbeit. Die Gründe für die Auslösung waren vielschichtig. Technische Defekte, Wasserdampf, angebranntes Essen oder Handwerker zeichneten sich verantwortlich für die Auslösung. Viele der Alarme wären durchaus vermeidbar gewesen. So rückten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute zu jeder Tages- und Nachtzeit aus, verließen ihre Familie oder ihren Arbeitsplatz. Gerade den Arbeitgebern ist es hoch anzurechnen, dass sie ihre Angestellten freistellen, sobald der Alarm ertönt.

Anfang April kam es in Bad Nenndorf zu einem Feuer in einem Wohnhaus. Die Bewohner waren bei Brandausbruch nicht zuhause und entdeckten das Feuer bei ihrer Rückkehr. Die Feuerwehrleute lokalisierten das Feuer im Keller und konnten es schnell löschen.

Zu einem weiteren Großeinsatz rückten die Feuerwehren im Juli nach Riepen aus. Um 03:52 Uhr hieß es „Feuer Bauernhof“. Vor Ort entdeckten die Einsatzkräfte einen Schwelbrand im Dachstuhl eines zu einem Wohnhaus ausgebauten ehemaligen Bauernhofes. Zahlreiche Trupps unter Atemschutz räumten über zweieinhalb Stunden glimmende Dämmung aus dem Gebäude.

Feuerwehrleben

Rolf Stierand, ehemaliger Ortsbrandmeister in Riepen und Gemeindebrandmeister, erhielt zum Jahresanfang eine Ehrung des Landesfeuerwehrverbandes für 60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr.

Mike Schmidt (li.) dankt Uwe Blume für seine Arbeit und Erika Blume für ihre Unterstützung.

Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt verlieh in 2017 weiteren ehemaligen Führungskräften den Titel „Ehrenbrandmeister“. Friedhelm Möller und Uwe Blume nahmen über Jahrzehnte Führungsaufgaben wahr. Beide waren Orts- und Gemeindebrandmeister und wurden daher zu Recht zu Ehrenbrandmeistern ernannt.

Die Feuerwehr Helsinghausen/Kreuzriehe erhielt zu Jahresbeginn zwei Schnelleinsatzzelte. Diese sind auf dem Geräteanhänger Atemschutz verlastet und kommen zum Einsatz, wenn Einsatzkräfte oder aus Wohnungen evakuierte Personen warm und trocken untergebracht werden sollen. Die Zelte sind relativ leicht und können daher wie ein Rucksack transportiert werden. Sie werden dann mit einer Atemluftflasche aufgeblasen und sind innerhalb weniger Minuten aufgebaut.

Zwei große Projekte haben in diesem Jahr ihren Abschluss gefunden. Für die Ortsfeuerwehr Bad Nenndorf wurde ein neues Feuerwehrhaus eingeweiht. Vorangegangen waren jahrelange Planungen und Diskussionen. Im November 2015 erfolgte dann der erste Spatenstich und nach zwei Jahren Bauzeit zog die Feuerwehr im November 2017 in das moderne dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Gebäude um. Mit der Einweihungsfeier am 9. Dezember feierten Feuerwehr und Politik den erfolgreichen Abschluss des Millionenprojekts.

Foto: Marco Thiele

Der Brandschutzbedarfsplan für die Samtgemeinde Nenndorf wurde in 2017 ebenfalls abgeschlossen und von den Gremien genehmigt. Vorangegangen war eine intensive Datenerhebung durch Feuerwehren und die Verwaltung. Der Plan stellt dar, wie die Feuerwehren der Samtgemeinde Nenndorf aufgestellt sind. Dazu gehört die technische Ausstattung, aber auch das verfügbare Personal und dessen Qualifikationen und die Tagesverfügbarkeit. Ferner zeigt der Plan die vorhandenen Risiken, z.B. durch Straßenverkehr, Gewerbe und Kliniken, auf.

Insbesondere wurde festgestellt, dass an neun von zehn Feuerwehrhäusern Investitionsbedarf besteht. So fehlen z.B. Abgasabsauganlagen, sanitäre Anlagen oder ausreichend dimensionierte Stellplätze.

Um die Feuerwehren zukunftssicher aufzustellen, hat man sich einvernehmlich dafür ausgesprochen, eine Standortanalyse zu beauftragen. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Brandschutzbedarfsplans wird ermittelt, wie man die Feuerwehren der Samtgemeinde Nenndorf neu strukturieren kann. Vorausgegangen waren auch hier Gespräche zwischen Feuerwehren, Politik und Verwaltung. Mit ersten Ergebnissen wird im ersten Quartal 2018 gerechnet.

Jugendfeuerwehren

Die Jugendfeuerwehren waren wie jedes Jahr äußerst aktiv. Herausragend war sicherlich das 50-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr Riehe. Über das Jahr verteilt fanden diverse Veranstaltungen statt. Der Gemeindewettbewerb gehörte ebenfalls dazu. Diesen konnte die Jugendfeuerwehr Waltringhausen, die in 2017 ihr 40-jähriges Bestehen feierte, mit einem Doppelsieg für sich entscheiden. Höhepunkt des Jahres war allerdings der Jubiläumsball. Die Jugendlichen hatten sich diesen gewünscht. Es wurde eine festliche Veranstaltung mit viel Tanz und guter Laune.

Die Jugendfeuerwehr Ohndorf richtete Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens einen Orientierungsmarsch aus. Zahlreiche Gruppen aus dem Landkreis Schaumburg nahmen an der kurzweiligen Rallye durch Ohndorf und die nähere Umgebung teil.

Ausblick

Auch 2018 wird die Freiwilligen Feuerwehren wieder fordern. Die Aktiven werden zu Einsätzen ausrücken und dabei Gefahren von Mensch, Tier und Umwelt abwenden. Um für Einsätze gerüstet zu sein, ist neben einer zeitgemäßen technischen Ausstattung und Ausrüstung die Ausbildung entscheidend. Daher werden die ehrenamtlichen Feuerwehrleute viel Zeit investieren, um für alle Aufgaben gerüstet zu sein, die 2018 auf sie zukommen.

Wenn auch Sie Interesse an der Arbeit der Feuerwehr haben, dann besuchen Sie doch einmal Ihre Ortsfeuerwehr. Die Ansprechpartner finden Sie natürlich auch auf dieser Homepage.